Zur Studie “Was uns erwartet: Herausforderungen  des demographischen Wandels in Nordrhein-Westfalen für die Städtebaupolitik des Landes”

Dramatische Entwicklungen zeichnen sich ab: Die Bevölkerungszahl sinkt unaufhaltsam, die Gesellschaft “vergreist” und der Anteil der deutschen Bevölkerung an der ohnehin schrumpfenden Bevölkerung nimmt kontinuierlich ab. Arbeitskräftemangel und die Überalterung der Arbeitnehmerschaft lassen Deutschland wirtschaftlich den Anschluß an die Weltspitze verlieren, die Systeme kollektiver Sicherung brechen unter der finanziellen Belastung im Umlageverfahren zusammen, Städte entvölkern.

So oder ähnlich klingen die Horrorszenarien, mit denen vor den Folgen rückläufiger Bevölkerungszahlen gewarnt werden soll. Dabei finden derartige Szenarios gerade vor dem Hintergrund der Entwicklung in vielen ostdeutschen Städten breiten Widerhall: Der Leerstand ganzer Stadtviertel und Quartiere und die Aussichtslosigkeit, diese wieder zum Leben zu erwecken, machen Angst vor ähnlichen Entwicklungen auch in westdeutschen Großstädten.

Doch lassen sich die Entwicklungen in den neuen und den alten Bundesländern nicht ohneweiteres miteinander vergleichen: Denn während es sich beim demographischen Wandel in den alten Bundesländern um einen Prozeß entlang einer gesellschaftlichen Entwicklungslinie handelt, ist die Entwicklung in den neuen Bundesländern das Ergebnis einer Überlagerung von “nachholender Normalisierung” — einer im Zeitrafffer erfolgenden Angleichung an den Entwicklungsstand in den neuen Bundesländern — und Deindustrialisierung infolge der deutsch-deutschen Vereinigung und des Zusammenbruchs des COMECON. Auch sind Bedeutung, Ausrichtung und Bestimmungsgründe der einzelnen Komponenten des demographischen Wandels in den Städten Ost- und Westdeutschlands deutlich unterschiedlich. Nichtsdestotrotz führen aber die problematischen Zustände in von Abwanderung besonders betroffenen ostdeutschen Städten plastisch vor Augen, was im Extremfall auch westdeutschen Städten, die von Abwanderung besonders betroffen sind, drohen könnte.

Aufgabe dieser Studie, die ich im Auftrag des Ministerium für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport am Sekretariat für Zukunftsforschung (SFZ) erstellte, war es nun, die Herausforderungen des demographischen Wandels für die Städtentwicklungspolitik in Nordrhein-Westfalen herauszuarbeiten. Unter der Fragestellung: Welche räumlichen und sachlichen Schwerpunktprobleme bergen die demographischen Entwicklungen für das Land und die Kommunen? , bietet diese Studie mit Blick auf die Situation in Nordrhein-Westfalen

  • einen Überblick über die laufenden und sich abzeichnenden demographischen Veränderungen und setzt sie in einen systematischen Bezug zueinander,
     
  • arbeitet die Auswirkungen dieser Veränderungen auf die Städte als soziale, politisch-administrative und ökonomische Einheiten heraus, um schließlich
     
  • Handlungsbedarfe und -möglichkeiten hinsichtlich der Herausforderungen des demographischen Wandels für das Land wie auch die Kommunen aufzuzeigen, die für die Handlungsfelder des Landes — rechtliche Regelungen, (finanzielle) Städtebauförderung und Informations- und Kommunikationspolitik — relevant sind.

                                                                                         // download des Endberichts (3,3 MB)

 

© Christian Trapp 2003